Messwesen und Geräteverwaltung

SAP Utilities & Betrieb

Abrechnungs- und Ableseaufträge

Wie Ableseauftrag und Abrechnungsauftrag in SAP IS-U entstehen, wie sie über Zählwerk, Vertrag und Vertragskonto zusammenhängen und welche Fristen und Rechtsregeln die Verbrauchsermittlung rahmen.

Auf dieser Seite 17 Abschnitte

Kurzantwort

Abrechnungs- und Ableseaufträge sind die Arbeitsvorräte, mit denen SAP IS-U den Ablese- und Abrechnungsbetrieb steuert. Der Ableseauftrag wird für jedes Zählwerk erzeugt, der Abrechnungsauftrag für jeden Vertrag, und beide entstehen gemeinsam, sobald eine Ablesung abrechnungsrelevant ist und ein gültiger Vertrag vorliegt (SAP Learning, Ablesung verstehen). Auftragserzeuger ist die Terminplanung über Terminsatz und Massenlauf oder ein Fachprozess wie Auszug oder Lieferantenwechsel. Der Ablesebeleg führt die Statuswerte 0 Auftrag angelegt, 1 plausibel, 2 unplausibel, 4 freigegeben und 7 abgerechnet, der Abrechnungsauftrag die Werte 1 nicht abrechenbar und 2 fakturierbar (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren). Ein plausibles Ableseergebnis setzt den Abrechnungsauftrag auf 2 fakturierbar, ein unplausibles lässt ihn unverändert. Die Abrechnungsausführung löscht den Abrechnungsauftrag und ersetzt ihn durch einen Abrechnungsbeleg, der als Fakturierungsauftrag gilt.

Warum es Aufträge gibt

Die Terminsteuerung im Turnusgeschäft beantwortet die Frage, wann gelesen und abgerechnet wird. Der Auftrag ist das Ergebnis dieser Planung: ein konkreter Arbeitsvorrat mit Datum, Selektionskriterium und Status. Ohne Auftrag gibt es keine Ablesung, denn der Ableseauftrag ist die Voraussetzung für die Ablesung (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren).

Damit trennt das System drei Dinge, die im Sprachgebrauch oft verschwimmen. Die Terminsteuerung trifft die Regel, für welche Verträge in welchem Turnus ein Lauf startet. Der Auftrag ist die einzelne Arbeitseinheit daraus. Der Beleg ist das Ergebnis der Arbeit: Ablesebeleg auf Zählwerksebene, Abrechnungsbeleg auf Vertragsebene, Fakturierungsbeleg auf Vertragskontoebene.

Details zu Statuswerten, Plausibilität und Ersatzwertbildung beschreibt der Artikel Ableseprozess in SAP IS-U. Wie Turnus, Terminsatz und Lauftermin aufgesetzt werden, steht in der Abrechnungssteuerung. Aus Marktsicht behandelt Zählerablesung und Ablesearten die Ablesearten. Dieser Artikel führt die Auftragsobjekte selbst in die Tiefe: Datenmodell, Erzeugung, Ausgabe, Rückkanal, Überwachung, Marktseite und Rechtsrahmen.

Zwei Aufträge, drei Ebenen

Zwei Auftragstypen arbeiten zusammen. Der Ableseauftrag beschafft Messdaten, der Abrechnungsauftrag übersetzt diese Daten in eine Fakturierungsentscheidung. Beide Objekte hängen an unterschiedlichen Objekten des Datenmodells.

Aufträge und BelegeDrei Ebenen, ein Durchlauf
ZählwerksebeneAbleseauftrag und Ablesebeleg
Ablesebeleg-ID→Ablesestatus 0 - 1 - 2 - 4 - 7→Erwarteter Zählerstand

Ein Gerät trägt ein oder mehrere Zählwerke. Je Zählwerk entsteht ein Ableseauftrag. Der Ablesebeleg führt Auftrag und Ableseergebnis zusammen und trägt den Status.

VertragsebeneAbrechnungsauftrag und Abrechnungsbeleg
Status 1 nicht abrechenbar→Status 2 fakturierbar→Geplantes Fakturadatum

Je Vertrag entsteht ein Abrechnungsauftrag. Er wird erst fakturierbar, wenn zu allen zugehörigen Zählwerken plausible Ableseergebnisse vorliegen. Die Abrechnung löscht den Auftrag und erzeugt einen Abrechnungsbeleg.

VertragskontoebeneFakturierungsbeleg
Abschläge und Vorauszahlungen+Steuern und Abgaben→Rechnungsbetrag

Abrechnungsbelege mehrerer Verträge desselben Vertragskontos werden zu einer gemeinsamen Rechnung zusammengefasst.

Kardinalitätenwas trägt was
1 zu n

Ein Vertrag trägt viele Zählwerke.

1 zu 1

Ein Vertrag hat einen Abrechnungsauftrag.

1 zu n

Ein Vertragskonto bündelt mehrere Verträge zu einer Rechnung.

Die Ablesebelege hängen am Zählwerk, Abrechnungsauftrag und Abrechnungsbeleg am Vertrag, der Fakturierungsbeleg am Vertragskonto. Quelle: SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren (SAP S/4HANA Utilities).

Die Kardinalitäten folgen daraus. Der Ablesebeleg wird auf Zählwerksebene angelegt, für jedes Zählwerk wird also ein Ableseauftrag erstellt. Abrechnungsauftrag und Abrechnungsbeleg liegen auf Vertragsebene, entsprechend entsteht für jeden Vertrag ein Abrechnungsauftrag. Der Fakturierungsbeleg sammelt auf Vertragskontoebene, prüft also vertragsübergreifend (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren).

Ein Gerät kann mehrere Zählwerke tragen, ein Zählwerk mehrere Register. Der Ableseauftrag hängt am Zählwerk, nicht am Gerät (SAP Learning, Ablesung verstehen). Wer Register vertiefen will, liest Register und Zählwerke.

Bei einer Selbstablesung durch den Letztverbraucher bleiben die Ebenen gleich, der Weg der Daten ändert sich. Wer die Werte beschafft, regelt § 40a Abs. 1 EnWG: Der Lieferant darf Ablesewerte oder rechtmäßig ermittelte Ersatzwerte von Messstellenbetreiber oder Netzbetreiber verwenden, selbst ablesen oder eine regelmäßige Selbstablesung verlangen, sofern keine Fernübermittlung erfolgt (EnWG § 40a Abs. 1).

Der Ableseauftrag

Der Ableseauftrag trägt nur so viele Felder, wie Ableser und System für die Arbeit brauchen. Die SAP-Dokumentation gliedert sie in vier Gruppen (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Gruppe Felder
Eintragsspezifisch Erfassungsnummer, Schecknummer, Ablesestatus, Ablesegrund, Ablesetyp, Ableser, MDE-Nummer
Kopfdaten Gerät, Equipment, ID des Ablesebelegs
Zeitbasiert geplantes Ablesedatum, geplantes Fakturadatum
Ablesedaten erwarteter Zählerstand, erwarteter Verbrauch, Zählerstandsobergrenze, maximaler Verbrauch

Zwei Schlüsselfelder tragen den gesamten Ablauf. Die Ablesebeleg-ID identifiziert Ableseauftrag und Ableseergebnis eindeutig, wird in die mobile Datenerfassung heruntergeladen und wieder hochgeladen und ist damit das wichtigste Schlüsselfeld bei Download und Upload. Die Erfassungsnummer dient der Schnellerfassung und ist pro Ableseeinheit und Zielablesedatum eindeutig; dazu kommt eine zufällige Prüfnummer pro Register, die falsches Zuordnen bei der Schnellerfassung verhindert (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Die Felder der Gruppe Ablesedaten sind Erwartungswerte, keine Messwerte. Sie stammen aus dem Verbrauch der Vorperiode und gehen in die Plausibilitätsprüfung des Rückkanals ein. Die MDE-Nummer benennt das Gerät, auf das heruntergeladen wurde, und steuert gleichzeitig die Art der Auftragsausgabe (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Hinweise ergänzen den Auftrag um Kontext, der nicht in Feldern abbildbar ist. Statische Hinweise sind ein frei definierbarer Textpool mit bis zu fünf Variablen je Hinweis, mit Priorität und Formulargruppe, gepflegt am Anschlussobjekt oder am Geräteplatz. Dynamische Hinweise schlägt das System zur Laufzeit vor, etwa „Anlage manuell gegen Ablesung gesperrt”, „Gerät &1 gesperrt seit &2” oder „Gerät und Zählerstand bereits erfasst” (SAP Learning, Ablesung verstehen). Ein dynamischer Hinweis ist damit ein Steuerungsmittel: Er erklärt dem Ableser, warum ein Auftrag so aussieht, wie er aussieht.

Der Abrechnungsauftrag

Der Abrechnungsauftrag ist die Voraussetzung für die Fakturierung. Er enthält geplantes Fakturadatum, Portion, Versorgungsanlage und Status (SAP Learning, Ablesung verstehen). Er wird zusätzlich zum Ableseauftrag angelegt, wenn die Ablesung abrechnungsrelevant ist. Das trifft auf die Ablesegründe 01, 02, 03 und 05 zu.

Der Status kennt zwei Werte: 1 nicht abrechenbar und 2 fakturierbar. Ein plausibles Ableseergebnis setzt ihn auf 2 fakturierbar, ein unplausibles ändert ihn nicht (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren). Die Plausibilitätsentscheidung steht also am Ablesebeleg, die Abrechenbarkeit am Abrechnungsauftrag. Wer beide Werte in einen Topf wirft, sucht Fehler an der falschen Stelle.

Zwei Sonderfälle verdienen Aufmerksamkeit. Der Abrechnungsauftrag wird auch für Pauschalanlagen und für Anlagen mit RTP-Tarif angelegt, dort ohne begleitenden Ableseauftrag (SAP Learning, Ablesung verstehen). Es gibt also abrechenbare Vorgänge ohne Messwertbeschaffung.

Zur Abrechnungsausführung hin löst sich der Auftrag auf. Die Abrechnung erfolgt auf Vertragsebene und kann vorher simuliert werden. Bei der Abrechnung wird der Abrechnungsauftrag gelöscht, und der Abrechnungsprozess erstellt einen Abrechnungsbeleg als Grundlage der Fakturierung (SAP Learning, Abrechnung und Fakturierung ausführen). Der Auftrag ist damit ein Übergangsobjekt: Er existiert, bis er seine Aufgabe erfüllt hat, und lebt danach als Beleg weiter.

Vorher kann die Aussteuerung greifen. Abrechnungsschwellenwerte und -prüfungen verhindern vorübergehend die Weiterverarbeitung von Abrechnungsbelegen, etwa bei fehlgeschlagener Validierung oder bei einem im Vertrag gesetzten Kennzeichen. Ausgesteuerte Belege müssen freigegeben oder storniert werden. Der Tariftyp trägt Abrechnungsschema, Steuerung von End- und Nachberechnung sowie die Aussteuerungsprüfungen (SAP Learning, Abrechnung und Fakturierung ausführen).

Der Statuslebenslauf

Zwei Statustabellen laufen parallel und berühren sich nur an definierten Punkten. Die Ablesebelegstatuswerte stammen aus der Ablesung, die Auftragsstatuswerte aus der Abrechnung.

Objekt Status Bedeutung
Ablesebeleg 0 Auftrag angelegt
Ablesebeleg 1 plausibel, in der Konfigurationsschulung fakturierbar
Ablesebeleg 2 unplausibel, in der Konfigurationsschulung automatisch gesperrt
Ablesebeleg 4 freigegeben, in der Konfigurationsschulung vom Sachbearbeiter freigegeben
Ablesebeleg 7 abgerechnet, in der Konfigurationsschulung fakturiert
Abrechnungsauftrag 1 nicht abrechenbar
Abrechnungsauftrag 2 fakturierbar

Die erste Bezeichnung stammt aus der Prozessschulung, die zweite aus der Konfigurationsschulung (SAP Learning, Ablesung verstehen, SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren). Beide beschreiben dieselben Werte.

Der Übergang von 0 nach 1 oder 2 passiert mit dem Eintreffen des Ergebnisses. Liegt das Ergebnis im erwarteten Band, setzt das System 1 plausibel. Fällt es heraus, setzt es 2 unplausibel. Aus dem unplausiblen Zustand führen zwei Wege: die Korrektur auf 1 plausibel oder die Freigabe auf 4. Der Status 7 abgerechnet wird dynamisch gesetzt, ohne Speicherung in der Datenbank (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren). Wer nach einer Abfrage auf Status 7 sucht, findet ihn nur zur Laufzeit der Abrechnungsausführung.

Der Abrechnungsauftrag folgt dem Ablesebeleg nur in eine Richtung. Ein plausibles Ergebnis hebt ihn auf 2 fakturierbar. Ein unplausibles Ergebnis lässt ihn unverändert, und ein bereits erreichter Status 2 fällt nicht zurück. Erst die Abrechnungsausführung entfernt den Auftrag.

Storno ist auf allen drei Ebenen möglich: Ableseauftrag, Abrechnungsauftrag und Ableseergebnis lassen sich stornieren (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren). Der Ableseergebnisstorno selektiert nach Ableseeinheit, Versorgungsanlage, Vertrag, Gerät, geplantem Ablesedatum und Ablesegrund. Gelöscht werden Ableseauftrag, Ableseergebnis und Abrechnungsauftrag; die Erweiterung EDMLELSV legt das Ergebnis vorher zur Sicherung in einer kundeneigenen Tabelle ab (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Wie ein Auftrag entsteht

Es gibt vier Wege in einen Auftrag. Sie unterscheiden sich darin, wer den Anstoß gibt.

Terminsatz undTerminplanungMassenlauf jeAbleseeinheitProzessauslöser: Auszug,Einzug, WechselEinzelauftrag je Anlageoder ZählwerkAbleseauftrag je ZählwerkAbrechnungsauftrag jeVertrag bei Ablesegrund01, 02, 03, 05Ergebniserfassung ohneAuftragPauschale und RTP-TarifAbrechnungsbeleg undFakturierung
Vier Entstehungswege eines Auftrags: Terminsatz und Massenlauf erzeugen den Turnusarbeitsvorrat, ein Fachprozess den Anlassfall, die Ergebniserfassung ohne vorherigen Auftrag holt den Auftrag nach, und Pauschale sowie RTP-Tarif erzeugen nur einen Abrechnungsauftrag.

Einzelauftrag. Ein Einzelauftrag umfasst alle Zählwerke einer Ableseeinheit, alle Register eines Einzelvertrags, alle Zählwerke einer Anlage oder alle Zählwerke eines Geräts (SAP Learning, Ablesung verstehen). Ablesungen aus einer Aktivität startet man in der Aktivität selbst.

Massenauftrag. Ein Massenauftrag selektiert mehrere Ableseeinheiten und lässt sich als Hintergrundjob einplanen: zu Tagesdatum und Uhrzeit, nach einem anderen Job oder nach einem Ereignis. Es gibt eine Variante mit Ableseeinheiten, Ablesegrund und Erstellungszeitraum des Ableseauftrags. Optionen sind: Ablesetyp aus der Ableseeinheit übernehmen oder angeben, Verträge mit schon bestehenden Ableseaufträgen ignorieren, Intervallprüfung (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Die Terminplanung ordnet dabei das Versorgungsgebiet. Die Ableseeinheit ist das Selektionskriterium bei der Erstellung von Ableseaufträgen und in den Abrechnungs-, Fakturierungs- und Druckjobs, die Portion ist das Selektionskriterium bei Abrechnung und Fakturierung, und die Überwachung nutzt beide (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren).

Prozessauslöser. Ein Auszug, ein Einzug, ein Lieferantenwechsel oder ein Gerätewechsel verlangt eine Ablesung außerhalb des Turnus. Diese Fälle erzeugen einen Einzelauftrag mit einem passenden Ablesegrund. Dass eine solche Ablesung abrechnungsrelevant ist, erkennt das System daran, ob ein gültiger Vertrag vorliegt und der Zählerstand abrechnungsrelevant ist (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Ergebniserfassung ohne Auftrag. Ein Ergebnis kann auch ohne vorherigen Ableseauftrag ins System kommen. Liegt für das Objekt kein Auftrag vor, legt das System den Ableseauftrag selbst an, und bei abrechnungsrelevantem Zählerstand dazu den Abrechnungsauftrag (SAP Learning, Ablesung verstehen). Die Nähe zum Markt ist hier offensichtlich: Liefert der Messstellenbetreiber Werte ohne vorherige Bestellung, ist die Erfassung der einzige Vorgang.

Nachzügler und Karenz. Die Ablesekarenz lässt nur eine Ablesung und Abrechnung zu, es wird kein weiterer Auftrag angelegt. Das Beispiel der Quelle: Zieht ein Kunde am 31. März aus, soll am 28. März keine Turnusablesung mehr erfolgen. Die Erfassungskarenz lässt dagegen nur eine Erfassung von Ableseergebnissen zu, während weitere Aufträge bestehen; die weiteren Ergebnisse leitet das System ab und extrapoliert sie. Beide Karenzen betreffen nur die Turnusablesung und sind in der Ableseeinheit abgelegt (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Die Ablesereihenfolge steuert den Ablauf vor Ort. Für jede Ableseeinheit lässt sich eine Reihenfolge pflegen. Ist eine Ableseeinheit als führend definiert, werden die Ableseaufträge der zugeordneten Ableseeinheiten gleichzeitig erstellt und die Einheiten zusammen gelesen (SAP Learning, Ablesung verstehen). Im Massenlauf ist der Erzeugungsvorgang selbst nicht wählerisch: Er legt Aufträge für alle Zählwerke der ausgewählten Ableseeinheiten an und Abrechnungsaufträge für alle Verträge, weil die Turnusablesung immer abrechnungsrelevant ist (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren).

Ablesegrund, Ableseart und Ablesetyp

Drei Felder klingen ähnlich und steuern völlig Verschiedenes. Der Ablesegrund sagt, warum gelesen wird. Die Ableseart sagt, wer liest und über welchen Kanal die Auftragsausgabe läuft. Der Ablesetyp sagt, wie das Ergebnis zustande kommt.

Der Ablesegrund ist ein Festwert von SAP und bezeichnet den Prozess, der ein Ableseergebnis verlangt (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren). Bei den Gründen 01, 02 und 03 entstehen gleichzeitig Abrechnungsaufträge mit den identischen Abrechnungsvorgängen 01, 02 und 03. Die gängigen Werte (SAP Learning, Ablesung verstehen):

Ablesegrund Bedeutung Abrechnungsauftrag
01 Turnusablesung mit Abrechnung ja
02 Zwischenablesung mit Abrechnung ja
03 Auszugsablesung mit Abrechnung ja
05 Gebietsabgabe mit Abrechnung ja
06 Einzugsablesung nein
08 Installation technisch nein
09 Zwischenablesung ohne Abrechnung nein
10 Kontrollablesung nein
12 Ausbau technisch nein
21 Anlage abrechnungstechnisch vorgangsabhängig
22 Ausbau abrechnungstechnisch vorgangsabhängig

Die Quelle nennt den Abrechnungsauftrag ausdrücklich nur für die Gründe 01, 02, 03 und 05. Bei 06, 08, 09, 10 und 12 tragen die Bezeichnungen die Abrechnungsfreiheit bereits im Namen, etwa ohne Abrechnung oder technisch. Bei den abrechnungstechnischen Gründen 21 und 22 entscheidet der auslösende Vorgang. Der Ablesegrund entscheidet damit über die Abrechnungsrelevanz. Wählt der Auftragserzeuger 09 statt 02, entsteht kein Abrechnungsauftrag, und die Abrechnung wartet auf den nächsten abrechnungsrelevanten Anlass. Bei der Auswahl einer ganzen Ableseeinheit bietet das System weniger Ablesegründe an als bei einer einzelnen Anlage, weil nicht jeder Grund für eine Massenablesung sinnvoll ist (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Der Ablesetyp beschreibt das Zustandekommen des Werts. Die Werte 03 maschinelle Schätzung und 04 Ablesung interpoliert sind die beiden Schätzformen, die im Auftrag vorkommen (SAP Learning, Ablesung verstehen). Der Ablesetyp unterscheidet also einen abgelesenen Wert von einem gerechneten.

Die Ausgabe an den Ableser

Wie ein Auftrag den Weg zum Ableser findet, ergibt sich aus zwei Feldern: Ableseart und MDE-Nummer. Die MDE-Nummer steuert die Art der Auftragsausgabe (SAP Learning, Ablesung verstehen).

  • Ableseart Versorgungsunternehmen ohne MDE-Nummer: Der Ableseauftrag wird als Belegpapier gedruckt.
  • Ableseart Versorgungsunternehmen mit MDE-Nummer: Download des Ableseauftrags über Spool oder IDoc.
  • Ableseart Kunde: Ausgabe über einen digitalen Kanal, per E-Mail oder ähnlich.

Der Standardwert der Ausgabe lässt sich übersteuern. Die Quelle nennt den Fall, dass wegen eines Fehlers in den MDE-Geräten alle Aufträge gedruckt werden müssen (SAP Learning, Ablesung verstehen). Der Ausgabekanal ist damit Konfiguration, nicht Schicksal.

Der Download läuft über die Formularklasse IS_U_DM_MR_DOWNLOAD und das darauf aufbauende Anwendungsformular IS_U_METER_READING_DOWNLOAD. Der erzeugte Rohdatenstrom besteht aus Kontrollstruktur, Seiteninformationen und Datensätzen und enthält keine Layoutinformationen; das Zielsystem muss ihn selbst interpretieren. Es gibt zwei Varianten: eine Spool-Datei oder ein IDoc, wobei das IDoc den Vorteil der Statusüberwachung mitbringt (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Die fehlenden Layoutinformationen sind in der Praxis die häufigste Ursache für misslungene Ausgaben. Ein MDE-Gerät oder ein Fremdsystem, das den Rohdatenstrom als fertige Liste erwartet, zeigt nichts Sinnvolles an.

Der Rückkanal: Ergebnis erfassen

Der Rückweg nutzt dieselbe Identifikation wie der Hinweg. Hochgeladen wird über das BAPI BAPI_MTRREADDOC_UPLOAD. Die Identifikation erfolgt über die Ableseauftrags-ID oder über Serialnummer, Materialnummer und Zählwerksnummer (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Für die Spool-Variante braucht der Kunde ein eigenes Programm. Die IDoc-Variante nutzt den IDoc-Typ ISU_MR_UPLOAD01, und die Eingangspartnervereinbarung in Transaktion WE20 wird für den Nachrichtentyp ISU_MR_UPLOAD gepflegt. Der Download nutzt den IDoc-Typ SAPRDI01. Die MDE-Geräte müssen den Schlüssel speichern und in der Upload-Struktur zurückgeben (SAP Learning, Ablesung verstehen). Fehlt der Schlüssel im Rückkanal, kann das System das Ergebnis keinem Zählwerk zuordnen.

Nach der Erfassung prüft das System gegen die Erwartungswerte des Auftrags: erwarteter Zählerstand, erwarteter Verbrauch, Zählerstandsobergrenze und maximaler Verbrauch. Das Ergebnis wird auf Status 1 plausibel oder 2 unplausibel gesetzt (SAP Learning, Ablesung verstehen). Bleibt ein Ergebnis aus oder wird keine Folgeaktion definiert, schätzt das System automatisch (siehe nächster Abschnitt).

Auf der Marktseite gibt es ein getrenntes Verfahren für Fälle, in denen ein Wert nicht ankommt. Die Bundesnetzagentur führt dafür einen eigenen Use-Case „Reklamation von Werten beim MSB” (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.7).

Überwachung und Folgeaktionen

Die Überwachung unterstützt den Ablesemanager beim Erkennen fehlender und unplausibler Ergebnisse (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren). Sie arbeitet auf mehreren Ebenen, weil ein einzelnes fehlendes Ergebnis auf der Ebene des Zählwerks sichtbar wird, die Entscheidung aber auf der Ebene der Abrechnung fällt.

Die manuelle Überwachung arbeitet mit drei Überwachungsstufen: Versorgungsanlage, Geschäftspartner und Ableseeinheit. Innerhalb einer Stufe wählt der Bearbeiter das Monitorobjekt: Terminsatz, Ableseauftrag, Ableseergebnis oder Abrechnungsauftrag. Die Liste zeigt Gerät und Zählwerk, Ableseergebnis, Ablesestatus und Plausibilität (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Automatische Folgeaktionen starten nach bestimmten Zeiträumen in Abhängigkeit von Status, Ablesegrund und Ableseart. Definiert werden sie in der SAP-Erweiterung EDMLADUE. Ist keine weitere Folgeaktion definiert, schätzt das System das Ergebnis automatisch (SAP Learning, Ablesung verstehen). Die Schätzung ist damit der Endzustand, wenn niemand eingreift. Diesen Zusammenhang sollte man beim Aufsetzen der Folgeaktionen kennen, sonst entstehen abrechenbare Vorgänge ohne Messwert.

Zur Korrektur stehen mehrere Wege offen: Ergebnisse zurücksetzen, korrigieren, freigeben, schätzen, Korrekturauftrag drucken und Kontrollableseauftrag drucken. Die SAP-Fiori-App „Unplausible Ableseergebnisse bearbeiten” zeigt eine Arbeitsliste samt der zugehörigen Klärungsfälle aus dem Business Process Exception Management (SAP Learning, Ablesung verstehen). Diese Arbeitsliste ist der eigentliche Arbeitsplatz für den Klärfall: Der Ablesebeleg liefert den Datenpunkt, der Klärungsfall den Kontext.

Die Überwachung erlaubt es außerdem, die Abrechnungsausführung zu verzögern, wenn eine Portion noch zu viele nicht abrechenbare Abrechnungsaufträge enthält (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren). Damit dient die Portion zusätzlich als Steuerungsschraube für den Abrechnungslauf.

Die Marktseite: Zwischenablesung bestellen

Der Ableseturnus liegt nicht beim Lieferanten. Der Messstellenbetreiber legt den Ableseturnus für die turnusmäßige oder regelmäßige Ablesung fest, und Lieferant und Netzbetreiber übernehmen diesen Ableseturnus für ihren Abrechnungsturnus (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.2.3).

Wer den Turnus nicht verwenden will, bestellt beim Messstellenbetreiber eine gegebenenfalls kostenpflichtige Zwischenablesung. Dafür dient der Use-Case „Anforderung und Übermittlung von Zwischenablesungswerten” (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.2.3). Der Messstellenbetreiber sieht einen jährlichen Abstand zwischen turnusmäßigen Ablesungen vor. Das Bestimmungsrecht für ein monatliches, vierteljährliches, halbjährliches oder jährliches Intervall liegt beim Lieferanten, wenn er mit dem Kunden ein solches Intervall vereinbart hat. Der Lieferant gibt also das Intervall vor, nicht den Ableseturnus (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.2.3).

Wichtig für die Auftragsseite: Unabhängig von einer tatsächlichen Ablesung muss der Messstellenbetreiber einen Zählerstand zum übermittelten Stichtag oder Zeitraum versenden. Liegt kein abgelesener Zählerstand vor, muss er einen Ersatzwert bilden und an Netzbetreiber und Lieferant senden (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.2.3). Marktseitig kommt also immer ein Wert an. Der Lieferant steht damit vor der Frage, welchen Erfassungsweg er in IS-U wählt, wenn kein Ableseauftrag dazu existiert.

Für die Übermittlung gelten feste Fristen, gemessen am Sollablesetermin.

WiM Teil 2 · Kapitel 2.5.5 · Fassung ab 6. Juni 2025Mit intelligentem Messsystem kommen Werte früherWie lange darf der Messstellenbetreiber für eine bestellte Ablesung brauchen? Die Antwort steht in der Spalte „spätester Übertragungstag“: Ohne intelligentes Messsystem läuft die Frist über vier Wochen, mit intelligenter Messtechnik endet sie nach weniger als einer Woche. „kME/mME“ steht für konventionelle Messeinrichtung und moderne Messeinrichtung, „iMS“ für das intelligente Messsystem.

Spätester Übertragungstag der Arbeitsmenge an der Marktlokation

Anzahl der Tage nach dem auslösenden Termin, Achse von 0 bis 28 Tagen. Die Tage stehen in jedem Balken als Zahl, damit die Farbe nicht die einzige Unterscheidung trägt.

Spätester Übertragungstag je Auslöser und MesstechnikTurnusmäßige Ablesung bei kME/mME 28 Tage. Zwischenablesung bei kME/mME 28 Tage. Zwischenablesung bei iMS mit vorläufigem Wert 5 Tage. Zwischenablesung bei iMS mit wahrem Wert oder Ersatzwert 8 Tage.01428Turnusablesung kME/mME28 Tage28. Tag nach dem SollableseterminZwischenablesung kME/mME28 Tage28. Tag nach dem Datum der beauftragten WerteerhebungZwischenablesung iMS, vorläufiger Wert5 Tage5. Tag nach dem Datum der beauftragten WerteerhebungZwischenablesung iMS, wahrer Wert oder Ersatzwert8 Tage8. Tag nach dem Datum der beauftragten Werteerhebung
Spätester Übertragungstag der Arbeitsmenge an der Marktlokation
AuslöserMesstechnikGegenstand der ÜbermittlungFristSpätester Übertragungstag
Turnusmäßige AblesungkME/mMEArbeitsmenge an der Marktlokation28 Tage28. Tag nach dem Sollablesetermin
ZwischenablesungkME/mMEArbeitsmenge an der Marktlokation28 Tage28. Tag nach dem Datum der beauftragten Werteerhebung
ZwischenablesungiMSArbeitsmenge an der Marktlokation, auch vorläufiger Wert5 Tage5. Tag nach dem Datum der beauftragten Werteerhebung
ZwischenablesungiMSArbeitsmenge an der Marktlokation, wahrer Wert oder Ersatzwert8 Tage8. Tag nach dem Datum der beauftragten Werteerhebung

Der Zählerstand an der Messlokation ist jeweils früher fällig als die Arbeitsmenge an der Marktlokation: bei kME/mME am 2. Werktag vor Ablauf des 28. Tages. Ein vorläufiger Wert kommt nur bei Messlokationen mit registrierender Lastgangmessung oder mit intelligentem Messsystem vor.

Fristen für die Wirkarbeitsmessung Strom. Quelle: Bundesnetzagentur, WiM Teil 2 in der Fassung BK6-24-174, Kapitel 2.5.5.

Bei einer turnusmäßigen Ablesung in den Messtechniken kME und mME mit Wirkarbeitsmessung ist der späteste Übertragungstag für die Arbeitsmenge an der Marktlokation der 28. Tag nach dem Sollablesetermin. Für den Zählerstand an der Messlokation zum Sollablesetermin ist der späteste Übertragungstag der 2. Werktag vor Ablauf des 28. Tages nach dem Sollablesetermin (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.5.5, Tabelle „Darstellung der zu übermittelnden Werte”, Zeile 1).

Bei einer Zwischenablesung in kME und mME liegt der späteste Übertragungstag für die Arbeitsmenge an der Marktlokation beim 28. Tag nach dem Datum der beauftragten Werteerhebung. In der Messtechnik iMS ist er der 5. Tag nach dem Datum der beauftragten Werteerhebung für Werte mit dem Status wahr, Ersatz oder vorläufig, und der 8. Tag für den späteren wahren Wert oder Ersatzwert (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.5.5, Auslöser Zwischenablesung). Die Statusangaben der Werte sind W für den wahren Wert, E für den Ersatzwert und V für den vorläufigen Wert. Bei Messlokationen mit mME und kME ohne registrierende Leistungsmessung wird der Status vorläufiger Wert nicht genutzt (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.5.5).

Zwei Punkte ordnen die Marktseite in das IS-U-Bild ein. Erstens erfolgen Plausibilisierung, Aufbereitung und Übermittlung von Werten für Netznutzungs-, Bilanzkreis- oder Mehr-/Mindermengenabrechnung ausschließlich im und aus dem Backend des Messstellenbetreibers; im Smart-Meter-Gateway finden keine arithmetischen Operationen zur Bildung der Energiemenge einer Marktlokation statt (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.2). Zweitens bestellt der Netzbetreiber eine Abgrenzung über den Use-Case „Anforderung von Zwischenablesungswerten” beim Messstellenbetreiber, und der Messstellenbetreiber kann die Abgrenzungsmengen auf Basis des nächsten regulären Ablesewertes ermitteln (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.2.2 und 2.6). Eine Abgrenzung ist damit eine Zwischenablesung mit Rechenregel, nicht mit Ableseauftrag.

Rechtsrahmen der Verbrauchsermittlung

Der Ableseauftrag ist ein Arbeitsmittel. Ob und wie der Verbrauch ermittelt und abgerechnet werden darf, steht im Gesetz.

Grundregel ist § 40a Abs. 1 EnWG. Der Energielieferant darf zur Verbrauchsermittlung Ablesewerte oder rechtmäßig ermittelte Ersatzwerte von Messstellenbetreiber oder Netzbetreiber verwenden, die Messeinrichtung selbst ablesen oder eine regelmäßige Selbstablesung mit Übermittlung durch den Letztverbraucher verlangen, sofern keine Fernübermittlung der Verbrauchsdaten erfolgt (EnWG § 40a Abs. 1). Diese drei Wege entsprechen den Ausgabearten des Ableseauftrags im System.

Haushaltskunden können einer Selbstablesung im Einzelfall widersprechen, wenn sie unzumutbar ist. Bei berechtigtem Widerspruch muss der Energielieferant selbst ablesen und darf dafür kein gesondertes Entgelt verlangen. Bei einer Messung mit intelligentem Messsystem und bei registrierender Lastgangmessung sind die Werte nach Satz 1 Nr. 1 vorrangig zu verwenden. Der Lieferant hat in der Rechnung anzugeben, wie ein von ihm verwendeter Zählerstand ermittelt wurde (EnWG § 40a Abs. 1).

Scheitert die Ermittlung, greift § 40a Abs. 2. Hat der Letztverbraucher trotz Verpflichtung keine Ablesedaten übermittelt oder kann der Lieferant den tatsächlichen Verbrauch aus von ihm nicht zu vertretenden Gründen nicht ermitteln, darf die Abrechnung auf einer Verbrauchsschätzung beruhen. Maßstab sind die tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere der Verbrauch des vorangegangenen Abrechnungszeitraums oder der Verbrauch eines vergleichbaren Letztverbrauchers. Die Schätzung ist in der Rechnung ausdrücklich und optisch besonders hervorgehoben mit Grund und zugrunde gelegten Faktoren anzugeben und auf Wunsch in Textform und unentgeltlich zu erläutern (EnWG § 40a Abs. 2). Im System ist das die automatische Schätzung, wenn keine Folgeaktion definiert ist, oder die maschinelle Schätzung mit Ablesetyp 03.

Für die Rechnung selbst verlangt § 40 Abs. 2 Nr. 6 EnWG, Anfangszählerstand, Endzählerstand, ermittelten Verbrauch im Abrechnungszeitraum und die Art, wie der Zählerstand ermittelt wurde, gesondert auszuweisen. Nach Nr. 5 sind zusätzlich der zuständige Messstellenbetreiber mit Codenummer sowie Identifikationsnummer und Codenummer des Netzbetreibers gesondert auszuweisen (EnWG § 40 Abs. 2). Der Ableseauftrag liefert zu beidem die Angaben: Anfangszählerstand aus dem letzten Ergebnis, Endzählerstand aus dem aktuellen, die Ermittlungsart aus Ablesegrund und Ablesetyp.

Der Abrechnungsrhythmus folgt § 40b EnWG. Energielieferanten rechnen in Zeitabschnitten ab, die ein Jahr nicht überschreiten dürfen, ohne dafür ein Entgelt zu berechnen. Sie müssen monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung, die unentgeltliche elektronische Übermittlung und mindestens einmal jährlich die Übermittlung in Papierform anbieten. Bei Beendigung des Lieferverhältnisses ist eine Abschlussrechnung unentgeltlich (EnWG § 40b Abs. 1). Ohne Fernübermittlung und bei gewählter elektronischer Übermittlung sind Abrechnungsinformationen mindestens alle sechs Monate oder auf Verlangen einmal alle drei Monate unentgeltlich bereitzustellen (EnWG § 40b Abs. 2). Bei Fernübermittlung der Verbrauchsdaten ist eine monatliche Abrechnungsinformation unentgeltlich bereitzustellen (EnWG § 40b Abs. 3). Diese Fristen sind die Fristen, an denen sich Terminsteuerung und Abrechnungsauftrag messen lassen müssen.

Die Grundversorgung verweist auf diese Regeln. Für die Ermittlung des Verbrauchs für Zwecke der Abrechnung ist § 40a EnWG anzuwenden. Der Grundversorger kann den Verbrauch auch zum Zweck einer Abrechnung nach § 12 Abs. 1 StromGVV ermitteln, anlässlich eines Lieferantenwechsels oder bei einem berechtigten Interesse des Grundversorgers an einer Überprüfung der Ablesung (StromGVV § 11). Abgerechnet wird nach Maßgabe des § 40b Abs. 1 EnWG; ändern sich im Abrechnungszeitraum die verbrauchsabhängigen Preise, wird der maßgebliche Verbrauch zeitanteilig berechnet, und jahreszeitliche Verbrauchsschwankungen sind auf Grundlage der für Haushaltskunden maßgeblichen Erfahrungswerte angemessen zu berücksichtigen (StromGVV § 12).

Auf der Messseite schließlich regelt § 55 MsbG, was gemessen wird. Bei Letztverbrauchern über 100.000 kWh im Jahr erfolgt die Messung entnommener Elektrizität durch Zählerstandsgangmessung oder, soweit erforderlich, durch viertelstündige registrierende Lastgangmessung. Bis einschließlich 100.000 kWh gilt ab Ausstattung mit intelligentem Messsystem dasselbe, steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG mit intelligentem Messsystem ebenso, und im Übrigen erfolgt die Erfassung der entnommenen elektrischen Arbeit entsprechend den Anforderungen des Stromliefervertrags (MsbG § 55 Abs. 1).

Kann für die Abrechnung kein wahrer Messwert innerhalb der Fristvorgaben aus dem Gesetz oder aus Festlegungen der Bundesnetzagentur ermittelt werden, hat der Messstellenbetreiber im Einzelfall Ersatzwerte oder vorläufige Werte nach den anerkannten Regeln der Technik zu bilden. Bei wiederkehrenden Messwertausfällen hat er unverzüglich geeignete strukturelle Verbesserungsmaßnahmen zur Verbesserung der Messwertqualität und -verfügbarkeit zu ergreifen (MsbG § 55 Abs. 2). Ersatzwertbildung ist damit keine Notlösung, sondern eine gesetzliche Pflicht mit Wiederholungsfolge.

Vereinfachtes Beispiel

Ein Haushaltskunde mit einem Zweitarifzähler, zwei Zählwerken und je einem Register, Ableseeinheit 4711, Turnus jährlich. Die Zahlen sind ein vereinfachtes Beispiel.

Der Terminsatz für das Versorgungsgebiet steht auf dem 15. September. Der Massenlauf startet am 1. September um 22:00 Uhr als Hintergrundjob, selektiert die Ableseeinheit 4711 und den Ablesegrund 01. Ergebnis: je Zählwerk ein Ableseauftrag mit Status 0 Auftrag angelegt, dazu ein Abrechnungsauftrag für den Vertrag mit Status 1 nicht abrechenbar. Beide Ableseaufträge tragen das geplante Ablesedatum 15. September und ein geplantes Fakturadatum.

Für die Ausgabe gilt: Ableseart Versorgungsunternehmen, MDE-Nummer vorhanden. Der Download läuft über die Formularklasse IS_U_DM_MR_DOWNLOAD als IDoc, inklusive Ablesebeleg-ID, Erfassungsnummer, Prüfnummer je Register und den Erwartungswerten aus der Vorjahresablesung.

Am 15. September liest der Ableser beide Zählwerke und lädt den Auftrag zurück. Der Upload über BAPI_MTRREADDOC_UPLOAD oder den IDoc-Typ ISU_MR_UPLOAD01 identifiziert die Sätze über die Ablesebeleg-ID. Zählwerk 1 liegt im erwarteten Band und geht auf Status 1 plausibel; damit hebt das System den Abrechnungsauftrag von 1 nicht abrechenbar auf 2 fakturierbar. Zählwerk 2 liegt über der Zählerstandsobergrenze und geht auf Status 2 unplausibel. Dieses Ergebnis ändert den Status des Abrechnungsauftrags nicht, er bleibt auf 2 stehen (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren). Der Auftrag fällt also nicht zurück, weil ein einzelnes Ergebnis unplausibel ist.

Der Ablesemanager öffnet die Arbeitsliste der unplausiblen Ableseergebnisse. Der Zählerstand von Zählwerk 2 war falsch abgelesen; die Korrektur setzt den Ablesebeleg auf 1 plausibel. Die Ablesung ist damit vollständig.

Die Abrechnungsausführung läuft über die Portion, nicht über die Ableseeinheit. Sie löscht den Abrechnungsauftrag, erzeugt den Abrechnungsbeleg und setzt den Ablesebeleg dynamisch auf 7 abgerechnet. Die Fakturierung fasst die Abrechnungsbelege der Verträge desselben Vertragskontos zusammen und bereitet den Rechnungsdruck vor. Rechnungssummensumme ist die Summe der Forderungen aus der Abrechnung abzüglich bezahlter Abschläge, abzüglich sonstiger Guthaben und zuzüglich sonstiger Forderungen (SAP Learning, Abrechnung und Fakturierung ausführen).

Zieht derselbe Kunde zum 31. März des Folgejahres aus, läuft die Auszugsablesung mit Ablesegrund 03 und erzeugt einen Abrechnungsauftrag mit Abrechnungsvorgang 03. Eine kurz vorher angesetzte Turnusablesung unterbleibt, wenn die Ablesekarenz in der Ableseeinheit greift.

Folgen und Fehlerfälle

Fehlender Ableseschlüssel im Rückkanal. Ohne Ablesebeleg-ID in der Upload-Struktur kann das System das Ergebnis keinem Zählwerk zuordnen. Die MDE-Geräte müssen den Schlüssel speichern und zurückgeben. Der Fehler zeigt sich als fehlendes Ergebnis, obwohl der Ableser vor Ort war.

Falscher Ablesegrund im Massenlauf. Wird statt 01 der Grund 09 gewählt, entstehen Ableseaufträge ohne Abrechnungsauftrag. Die Ablesung liefert Werte, die Abrechnung wartet. Auffällig wird das erst am fehlenden Abrechnungsauftrag, nicht am Ablesebeleg.

Ausgabe ohne Layoutinformationen. Der Download-Rohdatenstrom enthält keine Layoutinformationen und muss vom Zielsystem interpretiert werden. Wer die Spool-Datei unverändert an ein System gibt, das eine fertige Liste erwartet, erhält keine brauchbaren Ausgaben.

Keine Folgeaktion definiert. Ohne Folgeaktion in der Erweiterung EDMLADUE schätzt das System das Ergebnis automatisch. Die Abrechnung läuft weiter, aber mit einem gerechneten Wert. Der Unterschied zwischen abgelesenem und geschätztem Wert muss dann in der Rechnung kenntlich sein, wie § 40a Abs. 2 EnWG und § 40 Abs. 2 Nr. 6 EnWG es verlangen (EnWG § 40a Abs. 2, EnWG § 40 Abs. 2).

Abgrenzung mit falscher Erwartung. Der Netzbetreiber bestellt eine Abgrenzung, der Messstellenbetreiber ermittelt die Mengen auf Basis des nächsten regulären Ablesewertes. Wer eine Abgrenzung wie eine Zwischenablesung behandelt, rechnet mit einem anderen Bezugspunkt als geliefert wird.

Storno ohne Sicherung. Der Ableseergebnisstorno löscht Ableseauftrag, Ableseergebnis und Abrechnungsauftrag. Die Erweiterung EDMLELSV sichert das Ergebnis in einer kundeneigenen Tabelle; ohne diese Sicherung ist der Wert weg (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Ausgesteuerte Abrechnungsbelege. Abrechnungsschwellenwerte und -prüfungen können die Weiterverarbeitung vorübergehend blockieren. Ausgesteuerte Belege müssen freigegeben oder storniert werden, sonst entstehen Abrechnungsbelege ohne Fakturierung (SAP Learning, Abrechnung und Fakturierung ausführen).

Typische Missverständnisse

„Der Abrechnungsauftrag wird unplausibel.“ Der Abrechnungsauftrag kennt nur die Statuswerte 1 nicht abrechenbar und 2 fakturierbar. Die Plausibilität sitzt am Ablesebeleg mit den Werten 1 plausibel und 2 unplausibel. Ein unplausibles Ableseergebnis ändert den Status des Abrechnungsauftrags nicht (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren).

„Ein Ableseauftrag gehört zu einem Vertrag.“ Der Ableseauftrag hängt am Zählwerk, deshalb entsteht für jedes Zählwerk ein eigener Auftrag. Der Abrechnungsauftrag hängt am Vertrag, deshalb entsteht für jeden Vertrag genau einer (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren).

„Status 7 abgerechnet finde ich in der Tabelle.“ Der Status 7 wird dynamisch gesetzt, ohne Speicherung in der Datenbank. Er entsteht zur Laufzeit der Abrechnungsausführung (SAP Learning, Den Ableseprozess demonstrieren).

„Ableseart und Ablesegrund sind dasselbe.“ Die Ableseart steuert zusammen mit der MDE-Nummer die Auftragsausgabe, also den Weg zum Ableser. Der Ablesegrund bezeichnet den Prozess, der das Ergebnis verlangt, und entscheidet über die Abrechnungsrelevanz (SAP Learning, Ablesung verstehen).

„Pauschalkunden haben keinen Abrechnungsauftrag.“ Der Abrechnungsauftrag wird auch für Pauschalanlagen und für Anlagen mit RTP-Tarif angelegt, dort nur ohne begleitenden Ableseauftrag (SAP Learning, Ablesung verstehen).

„Wer abrechnet, bestimmt den Ableseturnus.“ Den Ableseturnus legt der Messstellenbetreiber fest; Lieferant und Netzbetreiber übernehmen ihn für ihren Abrechnungsturnus. Der Lieferant bestimmt nur das Intervall, und ein abweichender Bedarf führt zur gegebenenfalls kostenpflichtigen Zwischenablesung (BK6-24-174 WiM Teil 2, Kap. 2.2.3).

Quellen und Pflegehinweis

Die Systemseite stützt sich auf drei SAP-Learning-Kurse: den Ableseprozess, die Ablesungskonfiguration im Device Management und die Abrechnungs- und Fakturierungsausführung. Die Kurse beschreiben SAP S/4HANA Utilities. Objekte, Statuswerte und Abläufe gelten in gleicher Form für SAP IS-U; einzelne Oberflächen unterscheiden sich zwischen den Releases.

Die Marktseite stützt sich auf die Lesefassung des Beschlusses BK6-24-174 der Bundesnetzagentur zu WiM Teil 2, geltend ab 6. Juni 2025. Kapitel 2 behandelt die Anforderung und Übermittlung von Werten. Die dort genannten Übertragungsfristen sind an den Sollablesetermin und an das Datum der beauftragten Werteerhebung gebunden.

Der Rechtsrahmen stützt sich auf § 40, § 40a und § 40b EnWG, § 55 MsbG sowie § 11 und § 12 StromGVV. Die StromNZV ist zum 1. Januar 2026 außer Kraft getreten und wird hier nicht zitiert.

Datenstand: 16. September 2026. Erneut zu prüfen sind die Ablesegründe und Statuswerte bei einem Release-Wechsel in der SAP-Schulungsbasis, weil Bezeichnungen sich dort ändern. Die Fristen und Fristbezüge der Marktseite sind bei jeder neuen Festlegung oder Änderung von WiM Teil 2 zu prüfen. Die Paragrafen des EnWG, des MsbG und der StromGVV sind bei jeder Gesetzesänderung zu prüfen; liefert gesetze-im-internet.de einen 404, ist die Norm meist aufgehoben.

Primärquellen zum Nachlesen